Praxis-Spektrum

Gynäkologische Praxis

  • Allgemeine Gynäkologie
  • Krebsfrüherkennungsuntersuchungen einschließlich HPV-Test, immunologischer Stuhluntersuchung und Blasenkrebsfrüherkennung sowie Ultraschalluntersuchungen
  • Schwangerenbetreuung, Mutterschaftsvorsorge
  • Geburtshilfliche und gynäkologische Sonographie inkl. hochauflösender Doppler-Sonographie sowie Brust-Ultraschall
  • Inkontinenzdiagnostik und -therapie (urodynamischer Messplatz)
  • Impfprophylaxe
  • Hormontherapie; Beratung und Therapie von Haut- und Haarproblemen; Hormonkosmetik; Anti oder Good Aging; Präventiv-Medizin
  • Ernährungsberatung
  • Dysplasie-Sprechstunde


Good Aging

Aging, Anti-Aging, Good-Aging

Aging - also älter werden - ist ein normaler und unumkehrbarer biologischer Prozess, dem alle höheren Lebewesen, also auch wir Menschen, unterworfen sind. Sowohl der Grund für das Altern als auch der Prozess selbst ist Gegenstand intensiver wissenschaftlichen Forschung. Aber obwohl es buchstäblich hunderte Theorien zum Altern gibt, so existiert doch noch keine umfassende und allgemein anerkannte Antwort auf die Frage nach dem Altern - und viel weniger noch ein "Jungbrunnen".

Immerhin hat die Wissenschaft viele Faktoren des Alterns identifiziert. Einige, z.B. die individuelle genetische Veranlagung, können wir nicht beeinflussen. Aber auf eine Reihe von anderen Faktoren, die den Alterungsprozess beschleunigen, können wir Einfluss nehmen. Hierzu zählen Hormonmangel, Schädigungen durch Sauerstoffradikale, Schwächung des Immunsystems. Die Anti-Aging-Medizin zielt darauf ab, durch individuelle Therapiekonzepte den biologischen Alterungsprozess zu verlangsamen; hierbei sollen Lebensqualität und Befindlichkeit, Lebensfunktionen und Vitalität so lange wie möglich so gut wie möglich erhalten werden. Mit Blick auf diese Ziele, und weil man nicht wirklich etwas Grundsätzliches gegen - also anti - das Altern machen kann, beschreibt Good-Aging den angestrebten Vorgang und die medizinische Therapierichtung korrekter.


Der Lebensstil

Ganz wesentlich für ein Good-Aging ist ein gesundheitsbewusster Lebensstil; das umfasst eine ausgewogene Ernährung, das Vermeiden oder zumindest den verantwortlichen Umgang mit Noxen wie z.B. Tabak und Alkohol, ausreichend Bewegung, hinreichender Schlaf, Normalgewicht. Und nicht zuletzt auch eine mentale Balance, in der Stress, Ärger, Sorgen, Einsamkeit nicht die Oberhand gewinnen. Das Einhalten eines gesundheitsbewussten Lebensstils kann man als Patientin nicht an den Arzt delegieren. Man ist eigenverantwortlich, und für die Folgen ungesunden Lebensstils ist man selbst zuständig. Die Ärztin oder der Arzt kann nur aufklären, empfehlen, motivieren. Deshalb ist ein ausführliches Gespräch die unabdingbare Grundlage für ein erfolgversprechendes Good-Aging. In diesem Gespräch analysieren Patientin und Ärztin den individuellen Lebensstil, verstärken positive Elemente, identifizieren negative Elemente und erarbeiten entsprechende Verbesserungsvorschläge. Folgt die Patientin den ärztlichen Empfehlungen und setzt sie im Alltag um, dann ist schon ein wesentlicher Schritt in Richtung Good-Aging getan. Zudem kennt die Good-Aging-Medizin aber auch spezialisierte Therapieformen, die ein gesundes Altern fördern:


Hormon- (Ersatz-) Therapie (HRT)

Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit korrelieren unter anderem mit der Konzentration der Geschlechtshormone, nämlich dem Östrogen und dem Progesteron. Die Konzentration dieser Hormone im Blut erreicht bei Mitt-Zwanzigerinnen ihr Maximum, lässt Anfang 30 allmählich nach und ist spätestens Mitte 50 stark reduziert. Ein niedriger Hormonspiegel kann zu Symptomen des Alterns führen, nämlich zu Einbußen körperlicher, geistiger und seelischer Funktionen und einem Verlust von Vitalität. Es kommt zu den typischen Wechseljahressymptomen wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen oder psychischen Problemen wie Stimmungsschwankungen und Depressionen, aber auch zu körperlichen Veränderungen wie z.B. einer Zunahme an Gewicht, Abnahme der Muskelmasse oder der Verminderung der Knochendichte.

Die Good-Aging-Medizin setzt individuell gezielte Hormonersatztherapien ein, um die hormonellen Defizite auszugleichen und so Funktionseinbußen und Vitalitätsverlust entgegen zu wirken. Hierbei werden verschiedene Hormone eingesetzt, individuell dosiert und miteinander kombiniert. Zudem können auch verschiedene Applikationsformen zum Einsatz kommen: Gels, Tabletten, Zäpfchen, Spritzen, Pflaster.

In der Good-Aging-Medizin finden neben Estrogenen und Gestagenen auch weitere Hormone Verwendung: DHEA (Dihydroepiandrosteron) gilt als Powerhormon, das Vitälität, Psyche und Geist stärkt, das Immunsystem und Schutzfunktionen des Körpers kräftigt und die körperliche Leistungsfähigkeit fördert. Oder das Hormon Melatonin; es steuert nicht nur unseren Tag- und- Nacht-Rhythmus, sondern es beeinflusst auch die Produktion altersabhängiger Hormone und wirkt als Antioxydans, also als Radikalfänger.

Auch der Einsatz nicht-hormoneller pflanzlicher Alternativen kann sehr hilfreich sein. Zum Beispiel haben Phytoöstrogene in Form von Isoflavonen (aus Soja oder Rotklee gewonnen) östrogenartige Eigenschaften, wirken antioxidativ und antientzündlich und haben teilweise günstige Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel.

Die Hormon-Ersatz-Therapie setzt eine sorgfältige Anamnese unter Einschluss der Familienanamnese voraus, ebenso sind verschiedene gynäkologische Untersuchungen, unter anderem die Erhebung eines Hormonstatus erforderlich. Vor der Durchführung einer Hormonersatztherapie wird die Ärztin die Patientin gründliche über Chancen und Möglichkeiten, aber auch über die Risiken aufklären. Je nach der Beschwerdelage und den Therapiezielen, aber auch unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Wünsche der Patientinnen, stellt die behandelnde Ärztin zusammen mit der Patientin eine in Wirkstoffen, Applikationsform und Therapiedauer individuell maßgeschneiderte Therapie zusammen. Und während der Therapie wird die Ärztin die Patientin engmaschig überwachen.


Mikronährstoffe

Als weitere Alterungsfaktoren hat die Good-Aging-Medizin eine erhöhte oxidative Belastung identifiziert, auch oxidativer Stress genannt. Dieser Stress entsteht durch Stoffwechselvorgänge, bei denen besonders viel reaktionsfähige Sauerstoffverbindungen, so genannte Freie Radikale entstehen. Wenn die Radikale nicht mehr von den Zellen des Organismus neutralisiert werden können, so schädigen sie den Organismus. Durch die Aufnahme von Mikronährstoffen werden dem Körper Radikalfänger zugeführt, die dem oxidativen Stress entgegen wirken. Mikronährstoffe werden auch eingesetzt zur Bekämpfung von chronischen niederschwelligen Entzündungsprozessen, die unbehandelt zu verstärkter Alterung führen würden. Die Zufuhr (Supplementierung) von Mikronährstoffen erfolgt gezielt und auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse abgestimmt.


Good-Aging und Ästhetik

Wer sich intensiv um den Erhalt seiner Gesundheit und Vitalität bemüht und wer sich jung fühlt, der möchte oft auch etwas für ein vitales und junges Aussehen tun. Kräftige, volle Haare - aber nur auf dem Kopf, keineswegs im Gesicht oder am Körper - sind ebenso wie eine glatte, feste Haut begehrte Merkmale von Schönheit und Jugend; mit dem Altern aber werden die Haare oft dünner und grau, die Haut verliert an Elastizität und Festigkeit und bildet Falten und Runzeln aus, Cellulite bildet sich aus, um nur einige ästhetischen Probleme anzusprechen.

Gegen solche Probleme kennt die Good-Aging-Medizin eine breite Vielfalt von Maßnahmen. Man sollte auch hier eine angemessene Lebensführung voraussetzen, inklusive der Aufnahme von Mikronährstoffen und einer gezielten Pflege von Haut und Haar. Darüber hinaus stehen weit über den Rahmen der klassischen Kosmetik hinaus gehende, hormonhaltige, individuelle Rezepturen zur Verfügung (so genannte Hormonsubstitution), um gute kosmetische Effekte zu erzielen. Der Haarwuchs ist nur schwer zu beeinflussen, doch auch hier stehen aus ärztlicher Sicht verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Patientinnen mit Interesse an Therapieoptionen des ästhetischen Good Agings sollten ihre Probleme und Wünsche mit ihrer Ärztin besprechen. Zusammen können sie die Situation analysieren und eine individuelle Behandlung planen, die situativ auf die adäquaten Möglichkeiten eingeht.